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Neuigkeiten - 11.12.2015

Bericht von der hub conference in Berlin

Die hub conference brachte disruptive Trends, smarte Technologien und ihre Macher nach Berlin. Global Player und Start-ups, CEOs und CIOs, Wissenschaft und Politik vernetzten sich und gestalteten die digitale Zukunft.

Die Digitale Transformation und deren Einfluss auf Geschäftsmodelle und Abläufe im Service Business waren schon öfter Thema unserer Veranstaltungen. Unser Mitglied Philip Knöfel (Computacenter AG & Co. OHG) hat die hub conference besucht und schildet seine Eindrücke: 

"Ein Kollege entdeckte die Einladung und war von der Veranstaltung sofort begeistert: viele interessante Vorträge und Sprecher, coole Location, sehr gutes Feedback von Teilnehmern. So buchten wir schon im April unsere Tickets und ich trug meines seit April elektronisch auf meinem iPhone mit mir herum.

Der Bitkom hat aus meiner Wahrnehmung eher ein etwas angestaubtes Image. Und dieser Verband der IT veranstaltet so eine „hippe" Sache? Ich war sehr gespannt.

Da ich mit S-Bahnanschluß nahe Berlin wohne, war die Anreise sehr kurz und problemlos. Elektronischer Checkin war schnell und professionell und schon stand ich vor einem üppigen Frühstücksbuffet das die Teilnehmer in der „Station", einem alten Bahndepot, erwartete.

Nach der Eröffnung ging es auf drei Bühnen und zwei Workshop-Sessions sofort zur Sache. Der Weg zwischen den Bühnen war teilweise durchaus weit und nur IKEA-Samstagnachmittag-Geübte konnten die Hindernisse und andere Teilnehmer so schnell umgehen dass man nicht zu viel vom nächsten Vortrag verpasste. Es waren unzählige Sessions, die meisten 20min lang. Echte Pausen gab es nicht, das Essen geschah im Vorbeigehen zwischen Sessions oder unter Auslassen einer Session. Fast 2.000 Teilnehmer, über 300 Startups, über 50 Stände von diversen Firmen – insgesamt ein tolles Großereignis das sehr gut organisiert war.

Ja, Digitalisierung ist einer der Megatrends der heutigen Zeit. Ein Trend den viele Unternehmen lange ignoriert haben, ein Trend den viele Unternehmen bewusst oder unbewusst weiterhin ignorieren. Wir haben schöne Beispiele gehört über Startups die sich eine Nische gesucht haben (z.B. die Reinigung von Luftverschmutzung in Großstädten mit Hilfe von senkrechten Moos-Wänden), die alltägliche Probleme lösen (z.B. komplette Outfits in Onlineboutiquen userabhängig zusammenstellt anstatt dem Käufer die Auswahl aus 50 schwarzen Hosen zu überlassen), die nützliche Dinge erfunden haben (z.B. ein Fahrradschloss das durch eine App gesteuert wird), die Dinge bequemer machen (z.B. den Küchenkauf mit virtuellen 3D-Modellen „greifbarer" macht). Wir erfuhren von 3D- und der Zukunft des 4D-Drucks (IKEA-Möbel die sich selbst zusammenbauen...), der Digitalstrategie von Finanz-, Handel-, Produktionsunternehmen, es wurden Robotik-Experten über die Zukunft von intelligenten Maschinen befragt, etc.

Digitalisierte Services waren natürlich ebenso ein Thema. Frank Riemensperger von Accenture, sprach in seiner exzellenten Präsentation darüber, dass man klassische Produkte „weiterdenken" (besser noch auf Englisch „to think through products") müsste. Weiterdenken, das heißt: welche Services lassen sich um die Produkte bauen, wie lassen sich Nutzer mit anderen Nutzern verknüpfen, wie eine langfristige Beziehung mit Hilfe von Serviceverträgen aufbauen? Kurze Beispiele wurden aufgezeigt, wie die Services für die professionelle Reinigungsgeräte-Linie von Kärcher oder Schindler Aufzüge, die Wartungskonzepte für ihre Produkte weitergedacht haben.

„Nicht die Anzahl der verkaufen iPods ist entscheidend, sondern die Anzahl der AppleIDs" brachte es ein anderer Redner auf den Punkt. Dabei hielten viele den iPod doch schon für ziemlich digital, oder? Aber es stellt noch lange nicht das Ende der Fahnenstange dar, da Eigentum von Musik heute schon nicht mehr so angesagt ist wie der Musikgenuss ohne Eigentum, das Streaming. Dafür braucht man aber keine teuren iPods mit großem Speicher mehr... Der Aufruf: „Mache Kunden zu Subscribern"!

Ein anderer Redner wies darauf hin, dass nicht nur Mitarbeiter auf der Reise zur Digitalisierung mitgenommen werden müssen, sondern auch die Kunden einen sehr unterschiedlichen Stand und Anspruch haben. Um die Mehrheit nicht zu verlieren, müssen Kunden ebenfalls „ausgebildet" werden.

Nur eines fehlte auf der Veranstaltung: Wie stellt sich eigentlich die IT-Branche selbst dem Trend der Digitalisierung? Welche neuen Services entstehen daraus und wie können klassische IT-Dienstleister diese an sich ziehen? Wer hat Ideen wie es weiter geht?

Auf einer Veranstaltung des Bitkom hatte ich erwartet erste Antworten auf diese Fragen zu bekommen. Vielleicht ist die IT noch nicht so weit, freut sich auf die fetten Hardware-Geschäfte im Rahmen von Industrie 4.0, Internet of Things etc. und irgendwann kommt das Erwachen mit der plötzlichen Erkenntnis dass das klassische Flächengeschäft mit Clients und Servern verschwunden ist... Vielleicht ist IT-Service Management ja bald nur noch eine App?

Ich habe mich keine Minute gelangweilt, war eher überfordert mit den vielen Eindrücken die auf mich einprasselten und brauche noch etwas Zeit um alles zu verarbeiten. Nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei wenn die Bitkom alle „hubster" zur Hub2016 lädt (am 22. November in Berlin)."

Hier findet man weitere Infos zur Veranstaltung und einige Videos von Vorträgen: YouTube